Lifestyle

Der Leipzig-Fluch

März 18, 2018
Loading Likes...

Hallo liebe Bücherfreunde und Messebesucher,
heute habe ich einen Beitrag der etwas anderen Art für euch. Auch wenn es mir in den Momenten selbst, gar nicht zum Lachen zu Mute war, muss ich einfach meine Geschichte mit euch teilen und hoffe, euch ein kleines Schmunzeln entlocken zu können.
Worüber ich schreiben möchte? In den letzten drei Jahren habe ich drei Versuche unternommen, auf die Leipziger Buchmesse zu gehen. Doch nur einmal kam ich an und selbst diese Unternehmung stand unter keinem guten Stern. Aber lest selbst…

IMG_20180317_100143_407

Den ersten Versuch auf die LBM zu gehen, unternahm ich 2016. Gemeinsam mit Lee buchte ich Hotel und Zugfahrt und wir kauften Tickets für zwei Tage. Ihr müsst dazu vielleicht noch wissen, dass wir aus Süddeutschland kommen und nach Leipzig gute 5 Stunden brauchen.
Nun war es die zwei Wochen vor der Messe, in der ich immer mehr Probleme mit meinem Fuß bekam und mehrmals beim Arzt war. Ich möchte euch die Details ersparen, aber eine Woche vor der Messe musste mir ein Zehnagel gezogen werden, was eine äußerst schmerzhafte Erfahrung war. Größtes Problem an so einem operativen Eingriff: Mit so einem Fuß kann ich weder lange Sitzen, noch über ein Messegelände laufen. Ich habe mein Möglichstes versucht, den Fuß fit zu bekommen, aber da war nichts zu machen. Und somit fiel die Messe für mich aus. Da Lee aber natürlich nicht so gerne alleine fahren wollte, wir aber auch nicht die komplette Buchung einfach vergeuden wollten, ist Lees Mama an meiner Stelle gefahren.

Den zweiten Versuch habe ich letztes Jahr unternommen, gemeinsam mit Lee und Fiona. Dieses mal sah alles gut aus und im Vorfeld kündigten sich auch keine Probleme mit Zehen oder anderen Körperteilen an 😉
Allerdings ging es mir in der Nacht immer schlechter und ich wurde krank. Und zwar so richtig! Da wir aber sehr früh unseren Zug erwischen mussten, hatte zu der Zeit weder ein Arzt noch eine Apotheke offen. Also habe ich mich versucht, mich mit verschiedenen Produkten aus der Drogerie über Wasser zu halten, bis wir schließlich endlich in Leipzig waren und ich mich bei den dortigen Apotheken eindecken konnte.
Zwar ging es mir dadurch ein wenig besser, aber der Messensamstag war für mich einfach total anstrengend und ich wollte mich nur in meinem Bett verkriechen…
Am nächsten Tag ging es mir schon ein wenig besser, doch als wäre das nicht genug gewesen, bin ich beim Verlassen des Hotels so blöd aufgetreten, dass ich mir bereits problematische Bänder noch einmal ordentlich gezerrt und einen ganz dicken Knöchel bekommen habe. Der Messesonntag war dann krankheitstechnisch zwar angenehmer, aber dafür meldete sich nun mein Fuß lautstark zu Wort. Aber ich muss sagen, dennoch war es insgesamt eine schöne Messe, auf die ich gerne wieder kommen wollte…

Und zwar in diesem Jahr. Im Vorfeld wurde ich bereits ganz schön krank, sodass ich am Messesamstag wieder einigermaßen fit war. Also eigentlich ein gutes Zeichen oder?
Erneut haben Lee und ich uns in einen Zug gesetzt und den weiten Weg nach Leipzig angetreten. Da wir aufgrund von Praktika und Uni-Arbeiten unsere Termine nicht genau abschätzen konnten, war unser Plan morgens zur LBM zu fahren und abends wieder heim. Dass wir dafür bereits um drei aufstehen und erst gegen Mitternacht wieder daheim sein würden, nahmen wir gerne in Kauf. Doch wir sollten nie in Leipzig ankommen.

Das ganze Drama begann bereits um vier Uhr morgens, als sich unser Zug bereits um eine dreiviertel Stunde verspätete. Der Bahnhof hatte noch geschlossen und so standen wir bibbernd am Gleis. Bei der Planung hatte ich für unseren Umstieg in Frankfurt extra 45 Minuten eingeplant, was normalerweise um diese Uhrzeit (gegen 6 Uhr morgens) gar kein Problem sein sollte- dachte ich. Dadurch das unser Zug jedoch so spät kam und auch unterwegs noch ein paar Minus-Minuten sammelte, standen unsere Chancen sehr schlecht. Hinzu kam die mehrmalige Durchsage, dass der Anschlusszug auf keinen Fall warten könne. Bitter war hierbei besonders, dass unserer Reservierungen verfallen und der nächste Zug bereits komplett ausgebucht war.

Wie durch ein Wunder kamen wir in Frankfurt jedoch vier Minuten vor Abfahrt des Anschlusses an und so legten wir den Sprint des Jahrhunderts hin und saßen schließlich glücklich im ICE Richtung Messe. Die folgende Fahrt lief auch wirklich problemlos, zumindest bis Erfurt. Von da an standen wir regelmäßig irgendwo im Schnee und unser Lokfahrer musste immer wieder aussteigen, um die Gleise von Schnee zu befreien. Schließlich hatte wir es fast bis Leipzig geschafft (etwa zehn Minuten später wären wir am Bahnhof gewesen)- doch plötzlich kam nach einer weiteren Stunde im Schnee die Durchsage. Der Leipziger Bahnhof wurde gesperrt und wir fahren zurück nach Erfurt. Nach einer weiteren Warterei kam es schließlich auch so. Wir standen nun vor dem Dilemma, überhaupt wieder aus Erfurt wegzukommen. Denn es ging weder vor, noch zurück. Nach einiger Zeit hatten wir das Glück einen Zug zu bekommen, der bereits über zwei Stunden Verspätung hatte und der in Richtung Heimfahrt fuhr. Denn durch die Sperrung in Leipzig konnten ja auch keine Züge mehr aus Leipzig heraus fahren. Und da wir erneut fünf Stunden Fahrt bis nach Hause vor uns hatten, haben wir die Chance genutzt und sind in den ICE gestiegen. Zwar fuhr er nicht direkt nach Hause, aber zumindest bis Frankfurt. Dort hatten wir Glück und konnten dann mit einem TGV Problemlos nach Hause fahren. Und so kam es, dass wir zehn Stunden mit dem Zug gefahren waren, ohne jemals anzukommen. Und nach zwölf Stunden Bahnhofsflair, waren wir völlig erschöpft und gefrustet wieder zuhause.

Ja, ich werde auch im nächsten Jahr versuchen, wieder auf die Leipziger Buchmesse zu gelangen. Vielleicht klappt es ja dieses mal.
Ich hoffe, ihr hatte ein wenig Spaß an diesem ganzen Leipzig-Chaos und vielleicht habt ihr ja auch ein paar lustige Geschichten zu erzählen?

Falls ihr euch noch ein wenig mehr amüsieren wollt, empfehle ich euch diesen Bericht von Lee, die den vergangenen Samstag noch einmal Revue passieren lässt.

  1. Och nööööö! Das ist ja echt fies! Vielleicht solltest Du im Herbst noch einen Anlauf nach Frankfurt machen? Das wäre dann auch nicht so weit… Aber danke für die Story! Hab noch ein schönes Restwochenende!

  2. Ach gott, ich glaube jeder kennt solche Bahngeschichten aber das hier mit der Buchmesse ist natürlich dreifach bitter. ich drücke dir jetzt schon mal ganz fest die Daumen, dass es nächstes Jahr klappt! Ich habe nämlich auch so einen weiten Anreiseweg, daher überlege ich mir das imemr zweimal.

  3. Und ich dachte schon, dass ich am Freitag mit dem Auto für die Strecke Nürnberg-Leipzig und abends wieder zurück eine schrecklich anstrengende Fahrt hatte. Aber der Samstag hat das wettertechnisch noch um Längen getoppt.
    So richtig lachen oder schmunzeln konnte ich nicht bei Deinem Messe-Karma, was Dir bisher keinen ungetrübten Besuch auf der Buchmesse ermöglicht hat. Da kam ja wirklich einiges zusammen. Aber schön, dass Du nicht resignierst und es wieder versuchen willst – einmal muss es ja klappen!

    LG Gabi

  4. Achje, das ist ja wirklich richtig kacke… Dass so viel Schnee mitten im März fällt, konnte ja auch niemand ahnen. Die Leipziger Verkehrbetriebe waren auch etwas überfordert, so was wie geräumte Straßen gibt es hier sowieso niemals…. Und dass die Bahn mit Schnee nicht klar kommt, weiß man auch. Tut mir sehr leid für euch beide. Hoffentlich schafft ihr es nächstes Jahr! Ich drücke euch auf jeden Fall die Daumen!
    Liebe Grüße
    Katja

  5. Liebe Nora,
    das ist ja wirklich ärgerlich und vor allem anstrengend
    Ich hoffe sehr, dass es beim nächsten Versuch mit dir und der LBM unproblematischer verläuft.
    Ich bin unendlich froh darüber, dass ich im Auto mitfahren konnte und dem Zugstress entgehen konnte, die Menschen taten mir echt leid.

    Liebe Grüße,
    Nicci

  6. Huhu!

    Oje oje.. Du hast den Leipzig-Fluch, ich hatte viele Jahre den Frankfurt-Fluch! Von 1995 bis 1998 bin ich kein einziges Mal in Frankfurt angekommen – entweder war ich krank oder es war was mit dem Zug bzw den Gleisen… Ich drück uns mal die Daumen, dass es ab jetzt besser wird!

    LG,

  7. Oh nein, wie ärgerlich. Ich drücke die Däumchen, dass nächstes Jahr alles glatt läuft. Dieses Jahr war aber auch absoluter Ausnahmezustand in Leipzig. Meine Rückfahrt am Sonntagabend war auch katastrophal.

    Liebe Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.