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Rezension: Die Stadt der träumenden Bücher- Graphic Novel Teil 2 (Anzeige)

Februar 28, 2018
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Hallo liebe Bücherfreunde,
nachdem ich euch hier bereits die erste Graphic Novel zu Walter Moers Roman vorgestellt habe, folgt heute Teil 2.
Auch dieser wurde mir über das Bloggerportal vom Knaus-Verlag zur Verfügung gestellt- danke dafür!

“Getürmt aus Buch auf Buch
Verlassen und verflucht
Gesäumt von toten Fenstern
Bewohnt nur von Gespenstern
Befallen von Getier
Aus Leder und Papier
Ein Ort aus Wahn und Schall
Genannt Schloss Schattenhall.”
S. 5

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Worum geht es?

„Als der Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz stirbt, hinterlässt er ihm ein geheimnisvolles Manuskript. Dieses ist so makellos, dass Hildegunst nicht anders kann, als dem Geheimnis seiner Herkunft nachzugehen. Die Spur führt ihn nach Buchhaim, der „Stadt der träumenden Bücher“, wo Bücher nicht nur spannend oder komisch sind, sondern in den Wahnsinn treiben oder sogar töten können.“
(Quelle: Klappentext)

Der zweite Teil zeigt die Reise von Hildegunst von Mythenmetz durch die Welt der Buchlinge- unterhalb der Stadt. Gemeinsam erkunden wir mit ihm die Katakomben und das Leben, das sich dort abspielt.

Meine Meinung:

Auch der zweite Teil gefiel mir insgesamt sehr gut und konnte mit dem ersten Teil mithalten. Ich möchte euch natürlich nicht spoilern, aber ich versuche dennoch, euch einen guten Eindruck der Graphic Novel zu vermitteln.

Wie auch schon im ersten Band gibt es in den einzelnen Szenen sehr viel zu entdecken- zeichnerisch und typographisch. Gleich zu Beginn wird eine riesige Maschine dargestellt, die sogenannte Büchermaschine und mal ehrlich, so eine hätte ich auch gerne im Keller stehen. Die Zeichnung hierfür nimmt eine ganze Doppelseite ein und enthält wahnsinnig viele Details. Ich möchte gar nicht wissen, wie lange das Erstellen gedauert haben muss.
Was mir hier außerdem sehr gut gefallen hat, ist die erzählerische Nutzung der Szene. Man könnte ja beispielsweise einfach die Maschine malen und fertig.
Doch Florian Biege hat sie genutzt, um die fortlaufende Zeit zu verdeutlichen: Man sieht Hildegunst und die Buchlinge gleich an mehreren Stellen die Maschine erkunden. So entsteht der Eindruck, dass die Zeit voranschreitet und die Gruppe die Maschine ausführlich erkundet. (Hier ist es übrigens hilfreich, wenn man tatsächlich streng von links nach rechts liest und sich nicht von den vielen Elementen ablenken lässt) Dadurch wirkte das ganze Bild gleich viel lebendiger und spannender.

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Und da wir bereits die Buchlinge erwähnt haben: Ich finde es sehr spannend, wie viele Emotionen man in ein einziges Auge packen kann! Die kleinen Buchlinge haben nun einmal nur eines und dennoch wird durch die Zeichnung eine große emotionale Bandbreite gezeigt.

Auch hier möchte ich euch übrigens eine Illustration vorstellen, die aus dem ursprünglichen Roman aufgegriffen und übernommen wurde. Die Gestaltung des Buchjägers Ronkong Coma sieht fast genauso aus wie die Zeichnung im Roman.

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Was mir zudem sehr gut gefallen hat, war die letzte Doppelseite. Sie ist sehr minimalistisch gezeichnet worden, mit einer zentralen Szene, die sofort den Blick des Lesers auf sich zieht. Im Hintergrund sieht man noch ganz leicht eine bestimmte Person, doch auch diese ist ähnlich der Seite gestaltet worden. Mehr möchte ich jedoch nicht verraten, um nicht zu spoilern. Doch diese Seite ist eine der besten des ganzen Buches.

Wie auch im erste Teil, bietet der zweite Band ein Extra am Ende des Comics. Dort wird mit vielen Fotos gezeigt, wie die Figuren entstanden und gestaltet worden sind. So sieht man, wieviel Arbeit tatsächlich dahinter steckt und das beispielsweise viel mit Modellen gearbeitet wird. Hättet ihr das gedacht?

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Ich glaube, ihr könnt es euch schon denken. Auch dieses Buch bekommt von mir volle fünf Sterne und ich kann es euch ebenso wie Teil 1 oder auch den Roman sehr ans Herz legen!

Blanko

 

 

  1. Wow! Danke dir für diesen wunderbaren Einblick! 🙂 Mein Entschluss, auf meinen Geburtstag zu wanken, schwanken mit jedem Beitrag mehr.. 😀 Und es ist ein absolutes Meisterwerk, da kommen mir die 25 Euro eigentlich viel zu wenig vor, wenn man bedenkt, wie viel jahrelange Arbeit und wie viel Herzblut da drin steckt. O_O
    Liebste Grüße,
    Ida

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