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Rezension: Die Chroniken der Verbliebenen- Die Gabe der Auserwählten

November 20, 2017

Hallo ihr Lieben,
die heutige Rezension dreht sich um den dritten Band der „Chroniken der Verbliebenen“- Reihe von Mary E. Pearson. Das Buch wurde mir freundlicherweise vom „Lübbe One“-Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Noch einmal danke dafür!

Dieser Band ist existiert in der englischen Originalfassung so nicht, sondern ist der Anfang der dritten Buches. Im Deutschen wurde jedoch Band drei auf zwei Bücher aufgesplittet und so leitet dieses Buch das Finale ‚lediglich‘ ein. Wenn ihr wissen wollt, ob sich das Buch lohnt und ihr die Reihe dennoch fortsetzen solltet, könnt ihr in der folgenden Rezension nachlesen.

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Worum geht es?

„Lias Kampf geht weiter:
Verraten von den Ihren, geschlagen und betrogen, wird sie die Frevler entlarven.
Und auch, wenn das Warten lange dauert, ist das Versprechen groß, dass die eine namens Jezelia kommt, deren Leben geopfert werden wird für die Hoffnung, eures zu retten.
Lia und Rafe konnten aus Venda fliehen, doch verletzt und durchgefroren liegt ein ungewisser Weg vor ihnen. Während sie Rafes Heimat, dem Königreich Dalbreck, Stunde um Stunde näherkommen, spürt Lia, dass sie schon viel zu lang weit weg ist von Morrighan, ihrem Zuhause. Dabei deutet alles darauf hin, dass das Land kurz vor einem Krieg steht. Und obwohl Rafe ihr eine Zukunft als Königin an seiner Seite verspricht, ahnt Lia, dass sie ihrer Bestimmung folgen muss. Sie möchte als Erste Tochter von Morrighan ihrem Volk zur Seite stehen und für ihr Land kämpfen. Aber ist sie bereit, Rafe zu verlassen, um ihrer inneren Stimme zu folgen? Quelle
Meine Meinung:
Zunächst einmal möchte ich anmerken, dass das Buch wirklich sehr kurz und schmal ausfällt. Dies sollte man sich vor dem Lesen bewusst machen, genauso wie den Fakt, dass es ein Band zur Überleitung ist. Genauso hat es sich auch beim Lesen angefühlt, dennoch hat auch dieser Teil mir sehr viel Lesefreude bereitet.
Blicken wir zuerst einen Moment auf die sprachliche Gestaltung des Buches. Sprachlich gesehen kann dieser Teil mit seinen beiden Vorgängern mithalten und lässt sich gewohnt flüssig lesen. Und auch in diesem Band fanden sich wieder sehr schöne Zitate, die ich euch nicht vorenthalten möchte und die besonders stimmungsvoll waren:
„In dieser Nebelwelt hörte ich Worte, die mir nachgingen wie Wölfe, die sich an Beute heranschleichen.“

„Jede Erinnerungsperle, die ich in die Kette knüpfte, half mir weiterzureiten.“

 

(Aufgrund von Spoilergefahr, lasse ich die Seitenzahl weg)
Schön fand ich die Spielereien und kleinen Hinweise, die uns an die vorherige Handlung erinnerten und mit Sicherheit noch bedeutsamer werden könnten. Beispielsweise wird Kaden verwundert gefragt, wieso er noch alle Zähne im Mund habe.
Wir erinnern uns daher kurz an Band eins zurück, als Natiya Lia zum Abschied mit den Worten „Möge dein Pferd Steine in die Zähne deines Feindes treten“ segnete. Zum Einen fand ich diese Stelle schon damals sehr humorvoll, doch zugleich hat sie nun den Kreis in Band drei geschlossen und zeigt uns, dass entweder Kaden tatsächlich nicht der wahre Feind Lias ist oder aber noch einen schönen Tritt kassieren wird. Nach diesem Buch gehe ich auch weiterhin von Erstem aus, was mich jedoch zugleich misstrauisch gegenüber Rafe werden lässt.
In diesem Band hat er sich sehr interessant entwickelt und besonders zum Ende hin wurde er immer kühler und berechnender. Ich kann sein Verhalten teilweise nachvollziehen, irgendwann stehen einfach sein Reich und das Leben seiner Freunde im Vordergrund, doch finde ich diesen Wandel sehr spannend und bin neugierig, in welche Richtung sich dies im Finale weiterentwickeln wird.
Ein weiterer Bogen der aus Band zwei gespannt wurde und nun sein Ende fand, war die Geschichte rund um Rafes Vater. Ich frage mich, ob dies von der Autorin zufällig gewählt wurde oder dahinter vielleicht auch etwas mehr (magisches?) steckt.
Wie ihr merkt, bin ich generell sehr gespannt auf die Entwicklung von Rafe und hoffe auf eine neue Seite an ihm.
Gut gefallen hat mir außerdem, dass wir nun nach Morrighan und Venda auch Dalbrecks Seite der Geschichte kennenlernen und nun Lia einsehen muss, dass es noch ein drittes Königreich gibt, welches seine Interessen schützen muss. Zudem fand ich die Enthüllung rund um die arrangierte Ehe sehr gut, auch wenn ich bereits eine ähnliche Theorie hatte. Alles scheint miteinander verknüpft zu sein und insgesamt ein viel größeres Gesamtbild, als bisher angenommen. Dies bringt noch einmal Spannung ein und ich bin gespannt darauf, dass wir im vierten Teil endlich mehr über die Pläne und Komplotte erfahren werden.
Auch schön fand ich Lias stetige Weiterentwicklung. Besonders gegen Ende als sie sich und ihre Aufgabe vermehrt an erste Stelle gesetzt hat und sich dem Kamp gegen die Ungerechtigkeit widmet. Damit ist sie einen großen Schritt in ihrer Entwicklung vorangegangen und hat eine schwere Entscheidung getroffen. Sie war stets eine starke Persönlichkeit und auch in diesem Buch wächst sie weiter an ihren Aufgaben.
„Ich presste den Schmerz […] in eine kleine harte Perle und verknotete sie mit meiner Entschlossenheit.“
Ein kleines Manko, weswegen ich auch nur vier Sterne vergebe, ist die fehlende Spannung rund um die Gabe. Ich habe das Gefühl, es wird immer wieder angedeutet, und hier und da darauf hingewiesen. Der große Knall fehlt jedoch noch immer und ich hatte mir von der Gabe mehr Macht für Lia erhofft. Allerdings bleibt es spannend und ich hoffe, dass diese ‚dunkle Glut‘ in ihr bald ausbrechen wird.
Ich bin gespannt auf das Finale und erhoffe mir wirklich viel vom letzten Buch. Allerdings glaube ich, dass die Autorin alle Fäden geschickt zusammen spinnen wird.
Bewertung 4 von 5
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